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Dieser Text ist in leichter Sprache für alle geschrieben.


Es gibt Menschen die nicht sehen und gleichzeitig nicht hören können.
Diese Menschen sind taub und blind und deshalb taubblind. Taubblinde Menschen benutzen oft ein Tastalphabet um sich zu verständigen. In Deutschland wird das Lormen Tastalphabet benutzt. Es gibt ungefähr 5000 taubblinde Menschen in Deutschland. In anderen Ländern gibt es ähnliche Tastalphabete. Beim Lormen nimmt man die Hand des Gesprächspartners und drückt oder streicht an bestimmten Stellen. Jeder Punkt oder jede Linie ist ein Buchstabe. So buchstabiert man Wörter in die Hand von der taubblinden Person der man etwas sagen will.


Das Bild zeigt wo die Buchstaben beim Lormen sind.


Viele taubblinde Menschen können keine Blindenschrift lesen. Denn Blindenschrift zu erlernen ist nicht einfach. Aber lormen können fast alle Menschen welche taubblind sind. Deshalb brauchen viele Taubblinde eine Person die in Lormen übersetzten kann. Zum Beispiel damit man die Zeitung lesen kann oder eine Email von einem Freund. Deshalb sind Lormdolmetscher wichtig für Taubblinde. Aber es ist nicht immer jemand da der Übersetzten kann. Und viele Taubblinde möchten selbständig entscheiden können was sie lesen und wann.


Deshalb hat Thomas Rupp ein Gerät gebaut mit dem jeder Text automatisch in Lormen übersetzt werden kann. Das Gerät heißt LORMER.

Das Foto zeigt eine kleine Kiste aus Metall. Die Kiste ist 20 cm lang und 20 cm breit und 10 cm hoch. In der Kiste ist eine Mechanik. Die Mechanik in der Kiste wird von einem Computer gesteuert. Die Mechanik bewegt eine Luftdüse aus der Luft gepustet wird. Diese Luft wird durch ein Sieb gepustet das über der kleinen Kiste angebracht ist. Auf das Sieb legt man die Hand. Der Computer weiß wo die Buchstaben beim Lormen sind und bewegt mit der Mechanik die Luftdüse an die Stelle wo ein Buchstabe oder eine Zahl ist. Dann kommt Luft aus der Luftdüse. So kann man fühlen wenn ein Buchstabe oder eine Zahl von dem Lormer gelormt wird.


Jeder Mensch hat eine unterschiedlich große Hand und unterschiedlich geformte Hand. Der Computer muss vor der ersten Benutzung lernen wie groß die Hand von einem Benutzer ist. Es muss jeder Buchstabe und jede Zahl eingestellt und getestet werden. Das dauert ungefähr 20 Minuten. Danach kann man damit jeden Text lesen.


Weil eine Tastatur viele Tasten hat und das für manche Taubblinde schwer ist, wird der Lormer mit einem Gamepad gesteuert. Ein Gamepad benutzen sehende Menschen um an einem Computer zu spielen.


Das Foto zeigt ein Gamepad. Es ist ein kleines Kästchen mit wenigen Knöpfen. Mit den Knöpfen kann man bestimmen was der Lormer tun soll. Man kann ein zum Beispiel durch drücken von einem Knopf das nächste Wort lesen. Ein anderer Knopf wiederholt das Wort. Und der nächste Knopf macht das ein Wort zurückgesprungen wird. Nach jedem Wort oder nach jedem Satz vibriert das Gamepad. So kann man fühlen wenn ein Wort oder ein Satz zu Ende ist. Man kann einstellen wie oder ob das Gamepad nach einem Buchstaben, Wort oder Satz vibriert. Es gibt auch zwei Knöpfe um zu bestimmen was gelormt wird. Ein Knopf steht für JA und ein anderer für NEIN. So kann man bestimmen welcher Text gelormt wird, denn der Computer kann jeden Text lormen. Zum Beispiel fragt der Lormer ob man einen Brief einscannen und lesen will. Wenn man den JA Knopf drückt wird der Text auf dem Papier in Lormen übersetzt. Wenn man den NEIN Knopf drückt kommt die nächste Frage. Zum Beispiel ob man neue Mails lesen will. So kann der taubblinde Mensch selbst bestimmen was er ohne fremde Hilfe lesen möchte.


Viele taubblinde Menschen kennen nicht so viele Wörter. Sie müssen oft eine Person fragen was ein Wort bedeutet. Deshalb ist auf dem Gamepad auch ein Knopf welchen man drückt wenn ein Wort nicht verstanden wird. Dann bekommt man automatisch eine Erklärung aus einem Lexikon. Das kann zum Beispiel Wikipedia sein. Man kann aber auch einstellen das ein Wort was nicht verstanden wird gemerkt wird. Wörter die nicht verstanden wurden werden dann in einer Liste gespeichert. Später können nicht verstandene Wörter von einer Person erklärt werden. Die Erklärung merkt sich der Lormer. Eine gemerkte Erklärung kann beliebig oft wiederholt werden. Deshalb hilft der Lormer den Wortschatz zu vergrößern.

Das Bild zeigt eine Liste mit Wörtern die jemand nicht verstanden hat.
Man kann vieles so einstellen wie man es persönlich am besten findet. Die Geschwindigkeit mit der Buchstaben gelormt werden kann von ganz langsam bis ganz schnell eingestellt werden. Man kann einstellen wie lange eine Pause zwischen Buchstaben, Wörtern oder Sätzen dauert.


Die Software ist so gemacht, das ein Lormer von mehreren taubblinden Personen benutzt werden kann. Denn alle Einstellungen und alle Texte werden in einem Benutzerprofil gespeichert. Deshalb kann der Lormer gut in Einrichtungen für Taubblinde benutzt werden. Damit die Privatsphäre gewährt wird, kann ein Fingerabdrucksensor erkennen wer gerade den Lormer benutzt. Nur mit dem richtigen Fingerabdruck kann man ein Profil von einem Benutzer öffnen.


Der Lormer hat auch eine Spracherkennung. Damit kann eine Person in ein Mikrofon sprechen und der Computer versteht den Text welcher gesprochen wurde. Dieser Text wird dann in die Hand gelormt. Diese Funktion ist praktisch, denn man braucht keine Tastatur und kann dem Taubblinden viel schneller etwas sagen.


Das Foto zeigt den Bildschirm mit einem Text der gesprochen und gelormt wurde.

Es ist auch möglich das sofort nachdem man eine Taste auf der Computertastatur drückt, der entsprechende Buchstabe gelormt wird. So kann die taubblinde Person durch ausprobieren erlernen wo welcher Buchstabe auf der Tastatur ist und selber etwas schreiben. Alles was geschrieben wird, kann durch eine Sprachausgabe vorgelesen werden. So ist es möglich mit einer taubblinden Person richtig zu sprechen auch wenn man selber nicht lormen kann.


Der Lormer ermöglicht taubblinden Menschen ein selbständigeres und selbstbestimmteres Leben.